Spaziergang an der Franz Josefs Bahn

Vorgestern wurde der Ostösterreichische Dauernebel für gut 1 ½ Tage unterbrochen. Eine gute Gelegenheit an der FJB nach dem Rechten zu sehen. Fährt diese doch rund 750 Meter von meinem Domizil entfernt.

Zu den Dingen die mir meine Medizinfrauen und Medizinmänner verordnet haben, gehören auch ausgedehnte Spaziergänge. Regelmäßige Leser meiner Elaborate wissen, dass dies für mich keine allzu unangenehme Aufgabe ist. Meist bin ich mit jenem Sohn unterwegs, dessen Beeinträchtigung meine Aufmerksamkeit erfordert. Dafür liebt er ausgedehnte Wanderungen.

Mein Eisenbahnaffiner Sohn hingegen steht körperlicher Bewegung höchst skeptisch gegenüber. Unter dem Titel „Train spotting“ war er jedoch gestern dazu zu bewegen das traute Heim zu verlassen. Waren doch drei Starzüge innerhalb kurzer Zeit zu erwarten. Leider (für den jungen Eisenbahnfreund) genießt bei uns die Schulbildung Priorität und es war daher eher knapp ob der Zug 21238 (eine S40) erreicht werden konnte oder eben nicht. Kurz und gut: 21238 war pünktlich und wir hatten auf 200 Meter Entfernung Sichtkontakt. Damit schied Greifenstein als Fotostandpunkt aus. Und es wurde für den ersten gewünschten Zug verdammt knapp.

Guter Rat war teuer, klar war nur das der 21330 (eine R40) als Alternative herhalten musste. Zur Wahl standen: Kritzendorf (netter Bahnhof aber keine Streckenaufnahmen am Nachmittag), Höflein (geht sich die Fotostelle nach Ankunft des Zuges aus?) oder St. Andrä Wördern (eine relativ sichere Variante, erster zug am Bahnhof, zweiter am BÜ, dritter auf freier Strecke). Wir wählten die dritte Variante.

Erfreulich war, das uns der blaue 4020 288 transportierte, weniger erfraulich war, ein Foto ging sich nicht aus. (Weidling ist nicht sonderlich fotogen, schon gar nicht am Nachmittag und St. Andrä-Wördern, Hausbahnsteig 1? Vergiss es!) Doch ich konnte den Junior beruhigen, wir würden ihn wieder sehen.

Bevor das eigentliche Objekt der Begierde kam, rauschte noch REX 2841 aus Krems/Donau durch den Bahnhof St. Andrä Wördern.

Und hier ist er: REX 324 nach Praha hl. n. So erfreulich die vielen Verbesserungen im Nahverkehr auch sind, es gibt 2026 genau so viele Verbindungen zwischen Praha hl.n. und Wien FJB wie 1986. Von Speisewagen, Schlafwagen und Direktverbindungen nach (Ost)Berlin rede ich gar nicht.

Nun war es Zeit Schusters Rappen zu satteln denn wir hatten eine gute halbe Stunde Zeit. Der Bahnübergang an der Nelkengasse liegt 20 Minuten Fußmarsch entfernt. Dort gibt es einen Art Balkon rund um den Schranken der zum Fotografieren und Verweilen einlädt Siehe hier auf Google Maps. Am Vormittag sind dort weitaus nettere Motive möglich, aber da sind die Junioren in der Schule und ich normalerweise in der Arbeit.

Und hier ist er: REX 2116 nach Gmünd NÖ mit einem ehemaligen IC-Park. Neben den Prag Zügen wohl das Luxuriöseste was die FJB zur Zeit zu bieten hat.

Nun gaben wir den Eichhörnchen die Sporen und ritten in den Sonnenuntergang. Denn einen Termin hatten wir noch und dazu mussten wir nach Zeiselmauer. Hier ist ein neuer Weg errichtet worden, glich neben der B14 am Ortseingang, der interessante Fotomöglichkeiten bietet. Da wir aber nun einen größeren Zeitpuffer hatten, ging sich auch ein Getränk aus dem Discounter am Weg aus.

Eigentlich hasse ich den Zug: Seit Jahren entfällt – Montag bis Freitag mitten in der Hauptverkehrszeit – um 16:12 der Halt des 21244 (einer S40) im ohnehin nicht von zahlreichen Halten gesegneten Bahnhof Nußdorf in Wien. Eine Taktlücke in einem an sich sauberen Halbstundentakt mitten in der HVZ wegen eines Schachtelexpress, ärgerlich das da keine andere Lösung gefunden wird. Heute war es ein Vorteil, denn durch den beschriebenen Umstand sind mir die Fahrzeiten geläufig. Weniger schön der „Schlonz“, welcher die schwachen Sonnenstrahlen abwürgte.

Nun waren es nur noch ein paar Schritte zur Haltestelle Zeiselmauer, dennoch war zwar keine Eile jedoch wohl zügige Schritte angesagt. Denn der nächste Halbstundentakt rückte näher und aus Richtung St. Andrä mussten wir die Haltestelle umrunden um zum Bahnsteig Richtung Wien uns somit Richtung Heimat zu gelangen.

Im allerletzten Licht erschien nun wie erwartet unser sehr geschätzter 4020 288, nunmehr auf der S40 unterwegs in die bei weitem nicht so geschätzte Bezirkshauptstadt. Was blieb unfotografiert? So einiges und manches fotografierte erspare ich Euch. Vectrons machten sich eher rar, dafür gab es 1144 und 4020 satt. Vor allem letztere werden wohl bald verschwinden, denn man hört die Zulassung der 4736 von Stadler steht bevor und dann kommen mit einem Schlag rund 30 Doppelstocktriebwagen in den Betrieb. Die werden wir wohl kaum auf der FjB sehen, aber den Letzten fressen bekanntlich die Hunde und das werden wohl unsere 4020 sein. Ersetzt von irgendwelchen 4024 oder 4746 die anderswo frei werden.

Aus Fahrgastsicht keine schlechte Nachricht, weder die Kletterei in das Fahrzeug (Ja mit einem gehbehinderten Sohn sieht man manches anders.) noch die unbequemen Sitze werde ich vermissen. Mein Flugzeugfaffiner Sohn, der täglich nach Tulln pendelt, wird im Winter die ungeschlagene Heizleistung vermissen, aber sonst? Trotzdem, sie begleiten mich hier an der FJB fast mein ganzes Leben und ein wenig Sentimentalität sei mir gestattet, auch wenn sie zwischen den 4030.3 und den 4024 den absoluten Tiefpunkt in Sachen Komfort erreichten.

Genug gewinselt, mit einem 4024 ging es nach Hause. Knapp 5 Kilometer Fußmarsch haben uns einige schöne Fotos und ein paar schöne Vater/Sohn Momente gebracht!

Liebe Grüße
Werner

Kurzer Trip nach London

In den niederösterreichischen Semesterferien ging es 2025 auf einen Sprung nach England. Zwei Jugendliche, beide genießen regelmäßigen Sprachunterricht, sollten die Möglichkeit erhalten, ihre anglistischen Fähigkeiten praktisch zu erproben.

Zu den handelnden Personen: Der jüngere Jugendliche (ab jetzt der Jüngere) befleißigt sich dem gleichen Zeitvertreib wie sein Vater (also ich) und hat durchaus generelles Interesse für öffentlichen Verkehr mit dem klaren Fokus auf schienengebundene Transportmittel und – gar keinen Fehler soll er haben – Autobusse im Nahverkehr. Der andere etwas ältere Jugendliche (ab jetzt der Ältere) hat den klaren Fokus auf Verkehrsfliegerei mit einem ebenfalls generellen Interesse an sonstigen öffentlichen Verkehr.

Soweit zu den Rahmenbedienungen. Normalerweise würde man jetzt OS453 VIE – LHR und OS456 LHR – VIE buchen und hätte damit die wirtschaftlichste und zweckmäßigste Lösung. Nur ist es halt so, das für den Älteren der A320 der Austrian nicht gerade unbekanntes Terrain ist, auch der A320neo nach London Heathrow wurde bereits mit der Schule genützt. Eine bisher nicht versuchte Airline ist da wesentlich attraktiver.

Also wurde es EZY2638 INN – LTN und EZY8861 LGW – SZG. Damit konnten gleich vier Airports auf Liste „Airports bucket list“ abgehakt werden und maximale Toleranz war garantiert. Außerdem war der Besuch von Aerospace Bristol geplant. Das zerschlug sich leider, da am Donnerstag den 6. Februar die Preise zwei Tage vor der geplanten Fahrt statt der üblichen GBP 43,- für den Erwachsenen eine Strecke waren es auf einmal 117,-. Für die einfache Fahrt, wohlgemerkt. Zum Vergleich: die SBB nimmt für die vergleichbare Strecke Basel – St. Gallen hin und zurück, sofort und ohne Ermäßigung CHF 122,-. Also EUR 140,- für die einfache Fahrt vs EUR 129,- für Hin- und Retour. Das der Schweizer Zug pünktlicher, sauberer und komfortabler ist, darf vorausgesetzt werden. Und das zum halben Preis bei Sofortbuchung vs. Buchung 2 Tage im Voraus.

Im Sommer werde ich die Gelegenheit haben, im Begleitung des Jüngeren, britische Zugverbindungen genauer zu testen, allerdings mit einem BritRail Pass, welcher wesentlich günstiger ist. Das Sparpotential bei Frühbuchung ist zwar gegenüber dem Spontankauf enorm, gegenüber einen BritRail Pass aber völlig vernachlässigbar. Außerdem legt man sich bei Frühbuchung monatelang im voraus auf bestimmte Verbindungen fest, im Urlaub ist das einfach unpraktisch.

Doch zurück zu unserer Reise nach London. Da die An- und Abreise zu den Flughäfen mit dem Zug erfolgte, war auch der Jüngere zufrieden. Also ging an einem frischen Mittwoch im Februar des heiligen Jahres 2025 los.

Gruß aus der Wachau

Ein ehrwürdiger 4020 beförderte uns als S40 nach Tullnerfeld.

Von dort ging es mit dem CJX 5 nach St. Pölten HBF wo, dank einer ausnahmsweise nicht von der DB AG verursachten Verspätung, erst mal warten angesagt war. Offenbar ließen sich die Garnituren von RJX 162 und RJX 562 nicht kuppeln. Weswegen sie mit ca. 20 Minuten Verspätung im Blockabstand über die Westbahn fuhren. Nachdem es den ÖBB anscheinend möglich war, trotz Personalmangel einen Kollegen aus der Bereitschaft loszueisen war das kein Problem.

Die Fahrt durch Oberösterreich wurde zum Lunch genützt.

Das deutsche Eck hingegen erwies sich als zäh, und wir folgten der BRB RE 5 bis Rosenheim. Gleiswechselbetrieb ist scheinbar unbekannt oder die dafür nötige Infrastruktur längst wegrationalisiert. Denn Merke: Keine Strecke darf auch nur eine Zugfahrt mehr verkraften als Trassen bestellt sind.

Genug des Infra Go bashing, wir hatten ja ohnehin Zeit. Mit rund 30 Minuten Verspätung, im Inntal wurde einiges wieder aufgeholt, erreichten wir Innsbruck, zwischendurch gut unterhalten durch ein sichtlich genervtes Zugteam samt einer ordentlichen Portion Galgenhumor.

Zwischen der planmäßigen Ankunft am Hauptbahnhof um 13:44 und dem geplanten Take off am Flughafen Innsbruck Kranebitten um 18:30 war genug Polster. Wir trafen uns mit Freunden beim Schachtelwirt am Hauptbahnhof ehe wir den Bus der Linie F zum Flughafen nützten.

Vor Ort sorgte dann die Besucherplattform für Freude. Für unsereins interessant: Flugzeug mit Straßenbahn am Bild geht recht locker. Wo geht das sonst noch? Es ginge aber noch besser: Flugzeug mit Straßenbahn und Eisenbahn, das ist aber tricky da weder die Mittenwaldbahn noch der Flughafen Innsbruck viele Verkehrsbewegungen pro Stunde aufweisen.

Nachdem das Licht schwächer wurde, wechselten wir in die Flughafengastronomie. Übrigens: Im Sommer ist der Gastgarten auch auf der Besucherplattform! Durchaus ein Tipp in Innsbruck. Schließlich war es Zeit Abschied zu nehmen, von unseren Freunden und auch für ein paar Tage von Österreich.

Check In und Passkontrolle verliefen unkompliziert, allerdings waren die Reiseformalitäten doch ein wenig komplizierter als Ende der 1980er als Österreich noch ein „all other country“ war und ein Personalausweis genügte. Heute ist Österreich in der EU, Großbritannien nicht mehr und ab 2. April brauchen wir ein Visum. Visa müssen vorab beantragt werden und berechtigen für einen definierten Zeitraum zu ein- oder mehrmaliger Einreise. Und sie sind meist kostenpflichtig. Wer will, darf gerne in den Kommentaren erklären welcher Teil davon auf die ETA nicht zutrifft. Und bevor alle auf den Brexit schimpfen, die EU plant den gleichen Mist.

Das Boarding war ein wenig zäh, wir saßen relativ lang im vollen Bus. Interessant ist, dass dafür offensichtlich normale Linienbusse der IKB verwendet werden. Das Bild ist keine Offenbarung sondern dient nur Belegzwecken. Schließlich wartete G-UZHC auf die Passagiere.

Das Essen an Bord war appetitlicher als die Verpackung vermuten ließ.

Nach knapp 2 Stunden Flugzeit landet wir pünktlich in Luton.

Der dortige Airport ist – na nennen wir ihn gewöhnungsbedürftig. Das der Shuttle zum Bahnhof für einen Erwachsenen und zwei Jugendliche mit 10 Pfund zu Buche schlug ist natürlich schon etwas heftig. Aber danach schockierten die 51 Pfund 40 für einen Fahrschein nach St. Pancras auch nicht mehr, ohne anschließende U-Bahn versteht sich, die hat dann nochmal knappe 20 Pfund gekostet. Der Preis des Flugticket wurde so locker erreicht.

Generell ist der Fahrkartenkauf tricky. Das Bezahlen mit der Kreditkarte funktioniert nur für sich selbst, nicht für Mitreisende, obwohl am Automaten diese Lösung als günstiger angepriesen wird, selbst wenn man die Kinderermäßigung berücksichtige. Auch die an sich praktische TfL (Transport for London) App erfordert eine gewisse Anpassungsfähigkeit. So darf man niemals die Funktion „Leaving now“ nehmen sondern muss mindesten 5 Minuten in die Vergangenheit gehen, was natürlich umständlich ist. Denn selbst wenn man bereits am Bahnsteig steht, werden einem Verbindungen die in wenigen Minuten verkehr verschwiegen. Als „Leaving now“ werden Züge präsentiert, die erst 5 Minuten später verkehren. Speziell bei Umsteigeverbindung die nicht regelmäßig angeboten werden kann das zu erheblichen Fahrzeitverlängerungen führen. Einen Vorteil hat es jedoch: So sprachunkundig und beeinträchtigt kann man gar nicht sein, dass Anschlüsse nicht erreicht werden. Es ist aber nicht ungewöhnlich eine längere Strecke rund 20 Minuten schneller zurück zu legen, als die App angibt.

Die Fahrt nach London verlief angenehm unspektakulär in einem relativ leeren Zug. Auch der Wechsel auf die Circle Line und weiter auf die District Line klappte reibungslos. So erreichten wir gegen 9.30 pm GMT unser Hotel.

Ein Bus der Pariser Verkehrsbetriebe hieß uns willkommen.

Gebucht wurde das Premier Inn „Putney Bridge“ in Fulham, welches für Londoner Verhältnisse ein sehr ordentliches Preis/Leistungsverhältnis bietet. Müde fielen wir ins Bett.

„Kaiserwetter“ und damit für London völlig untypisch begann der zweite Tag. Das „Full English breakfast“ ist mit nicht einmal 12 Pfund sehr fair und durfte von den Jugendlichen kostenlos konsumiert werden. Ein unschlagbares Angebot! Bedingt durch die Zeitverschiebung waren vor vor 9 Uhr schon fertig und es fehlte noch ein wenig Zeit auf die off peak travel card.

Daher beschlossen wir ein wenig spazieren zu gehen, wo doch die Themse so nahe ist.

Putney Bridge ist eine der ältesten Betonbrücken. Trotz Granitverkleidung ist die Brücke der Dstrict Line deutlich hübscher.

Und natürlich entdeckten wir den Bahnhof Putney. Wirklich zufällig aber unsereins hat so seine Instinkte.

Ab East Putney ging es nun mit der Undergroud in Zentrum.

Ja es war reines Touriprogramm, aber bei dem Wetter wunderbar!

Okay wenn man bei Waterloo Station vorbeikommt.

So und was haben wir das entdeckt? Bitte um Aufklärung!

Langsam näherte sich, am Bahnsteig schemenhaft erkennbar, das Ungemach!

Der Herr drohte mir Arrest und was der Geier noch an weil ich „stratgic secrets“ photographierte. Eine kurze Recherche ergab allerdings tatsächlich ein Fehlverhalten. [url=https://www.nationalrail.co.uk/travel-information/guidance-for-rail-enthusiasts/]Denn tatsächlich hätte ich mich beim Chef vom Dienst melden müssen.[/url] Das Problem löste ich mit einem hundertprozentigen Verlust meiner Englisch Kenntnisse. Deutsch konnte er jedoch nicht. Somit bekam ich nach Kings Cross im Jahr 1992 meinen zweiten Bahnhofsverweis in London. Anyway, die Kids hatten eh keine Lust mehr also alles gut!

Also setzen wir das Touriprogramm fort!

Mittag ging es zu einem globalen Hähnchenbrater ehe wir das British Museum besuchten.

Während der Ältere die U-Bahn zum Hotel wählte, zog es den Jüngeren und mich noch nach Greenwich. Natürlich mit der DLR!

Die Cutty Sark ist definitiv sehenswert, über den Eintritt schweigen wir lieber.

Nach dem Abendessen im Hotel freuten wir uns auf den folgenden Tag, ich hatte Monate im voraus gebucht…

Am Freitag Morgen war Off Peak keine Option. Wir hatten viel vor. Zuerst stand eine Straßenbahnfahrt von Wimbledon nach East Croydon auf dem Programm.

Über Clapaham Junction (oft durchgefahren, bisher nie umgestiegen) ging es nach Acton Town. Kundige ahnen was kommt.

Richtig! Wir hatten tatsächlich Karten für eine Depotführung des London Transport Museums. Vorweg, das was hier als Schaudepot geboten wird, ginge in Deutschland und Österreich locker als vollwertiges Museum durch. Ganz abgesehen davon, das eine Reihe von Exponaten im deutschsprachigen Raum gar nicht mehr existieren würde. Es sei hier angemerkt, dass es im Vereinigten Königreich allein 18 Autobusmuseen gibt. In Österreich gibt es genau einen Club der das versucht, allerdings bislang ohne Erfolg. Und das was in der Remise in Wien steht, ach vergessen wir es. In einem Land in dem ein Bildungsbürger wissen muss, wie viele Symphonien Gustav Mahler geschrieben hat (11 mit dem Lied von der Erde), es aber einerlei ist was Isaac Newton genau entdeckt hat, braucht man sich nichts erwarten.

Umso mehr hier und meine kühnsten Erwartungen wurden übertroffen! Gleich bei der Einleitung wurde uns gesagt, die Idee sei gewesen die in ganz London verteilten Artefakte zentral zu sammeln. Und es wäre nicht England wenn es gelungen wäre, denn erstens rückten nicht alle Dienststellen mit allen Stücken raus und zweitens vermute man, dass es irgendwo in greater London noch die eine oder andere geheime Sammlung gäbe.

Was wir sahen war jedenfalls beeindruckend! Unsere kleine Gruppe von 15 Personen wurde auf zwei Gruppen geteilt. Unser Guide, ein pensionierter Busfahrer, ging auf jeden Sonderwunsch ein. Es war nahezu eine Individualführung. Und das für einen Preis der leicht unter dem war, was für die reine Besichtigung der Cutty Sark ausgerufen wurde.

Ja, Taxi ist public transport!

Ein Metropolitain Railway trailer. Ein ähnlich alter Schnellzugwagen wurde in Wien vor ein paar Jahren verschrottet. Auch er war ausgebrannt und der ohnehin nicht sonderlich am Erhalt interessierte Verein scheiterte schlicht an den ÖBB, die den Abtransport, na sagen wir eher nicht unterstützten. Die Vorgeschichte der Fahrzeuge ist nicht unähnlich, nur das halt in London alle zusammen helfen damit das wieder was wird, während man in Wien achselzuckend feststellte „eh schade“.

Und warum wird dieser Wagen erhalten?

Ah, wegen der jungen Dame im Führerstand, nach deren Ururgroßmutter die U-Bahnlinie benannt ist.

Hier sieht man gut was Graffiti anrichtet. Es frisst sich regelrecht durch den Lack. Der Wagen wurde später lackiert, auf dem Lack wurde Graffiti geschmiert und als beides abschliffen wurde, sah es so aus.

Mittlerweile steht sie auch hier.

Ein Pferdeomnibus. Sieht man heute auch nicht mehr so oft.

Tja, schöner kann man das Scheitern des Autowahns nicht illustrieren. Die Idee war an sich klar: Die Fahrgäste zahlen Aufpreis für einen Expressbus. Nur stand der genauso im Stau wie die Doppeldecker, die ohne Aufpreis nutzbar waren. Also floppte das Projekt.

Trolleybusse,

Straßenbahnen und

Network Southeast! Alles da!

Geflasht verließen wir nach Zweieinhalb Stunden das Depot. Unser nächstes Zeit war Buckingham Palace.

Ja der König war zu Hause!

Als nächstes wäre noch das The Postal Museum gewesen. Doch das war leider ausverkauft. Der Regen wirkte nicht motivationsfördernd, so ging es in Hotel zurück.

Nach dem preiswerten Abendessen blieb der Jüngere im Hotel während der Ältere sich für meine Überraschung interessierte. Es ging mit der Underground zurück in die Ciry.

Ja es ist so irre wie es wirkt und genau deswegen so sehenswert!

Eintritt frei, wird eh genug gekauft dort.

Dann ging es wieder in Hotel.

Letzter Morgen und Zeit für ein Frühstücksbild.

Dann ging es gemütlich nach Gatwick.

Wie auch in Düsseldorf und anders als in Gatwick ist der Shuttle vom Bahnhof zum Flughafen kostenlos. Gatwick Airport wirkt auch insgesamt wesentlich freundlicher. Ein moderner angenehmer Flughafen und auch wenn in Luton alles geklappt hat, wirkt Gatwick einfach organisierter und freundlicher.

Nach dem Kauf von Souvenirs und einem Sandwich, gegessen im ehrenden Andenken an John Montagu, war es Zeit zum Gate zu gehen.

Bereits im Vorfeld hatte sich abgezeichnet, dass unser Flugzeug kein A320 sein würde. Denn obwohl ich – gegen Gebühr – in der Reihe 27 gebucht hatte, wurde wir einfach in Reihe 18 umgebucht.

Der Ältere meinte das sei okay, in einem A319 sei die Reihe 18 ein guter Platz.

Abgesehen von Sauwetter in London war der Flug mit G-EZAU angenehm und je weiter wir in die EU reisten, desto besser wurde das Wetter. Die Landung in Salzburg erfolge pünktlich und bei Sonnenschein. Etwas unangenehm war die Fahrt im völlig überfüllten Trolleybus zum Hauptbahnhof.

Gelegentlich wird ja über mangelnde Abwechslung im Bahnverkehr gejammert. Hm! Westbahnen und Railjets habe ich weg gelassen. Also für eine gute Stunde finde ich es durchaus spannend. Ein wenig mit Wehmut erinnerte ich mich daran das ja die Semesterferien zu Ende gingen. Stimmt die wild zusammengewürfelten Entlastungszüge gibt es nicht mehr. Oder doch?

Gibt es!

Sogar bewirtschaftet!

Unverkennbar eine Garnitur des REX50 der normalerweise die alte Westbahn zwischen Wien und St. Pölten bedient.

Nur der Steuerwagen wollte anscheinend nicht.

Die Überfüllung des RJX war aufgrund des Ferienende zu erwarten, mein Jüngerer verzichtete zugunsten eines Kindes auf seinen reservierten Fensterplatz und nahm mit dem Gangplatz vorlieb. Auch wenn nicht alle Gerichte im Speisewagen lagernd waren, Konnten wir uns gut verpflegen.

Da der Anschluss auf den CJX 5 in St. Pölten durch die Verspätung verloren ging, beschloss ich kurzerhand im Zug bis Meidling zu bleiben. Dadurch und durch den Kauf einer Fahrkarte für die U6, hielt sich die Ankunftsverspätung in Grenzen und wir waren statt um 21:06 um 21:19 an unserem Heimatbahnhof angekommen.

Und so endete die Reise wie sie begonnen hatte, mit einem 4020. Was bleibt? Obelix hatte mit der Erkenntnis; „Die spinnen die Briten!“ nicht völlig unrecht. Wer in Luton auf den Zug jener Bahngesellschaft, deren Ticket man hat, wartet, weiß was ich meine. Vor allem wenn man den Fluch des Alters hat und British Rail noch erlebt hat. Theoretisch gibt günstige Fahrkarten, als ortsunkundiger ist man mit Netzkarten jedenfalls besser dran. London ist auch sonst ein teures Pflaster, ähnlich wie die Schweiz. Nur es ist halt nicht die Schweiz.

Auf der anderen Seite steht ein stolze Nation die sich ihrer Geschichte bewusst ist. Die auf einer starken Vergangenheit aufbaut und versteht das Tradition bedeutet die Flamme am Leben zu erhalten, anstelle die Asche zu bewahren. Es ist eine Stadt mit hilfsbereiten Menschen. Wir haben tagelang gebraucht um die Eindrücke zu verarbeiten, auch weil es ein intensiver Kurztrip war. Der Jüngere und ich freuen uns schon auf die Midlands, der Ältere will wieder auf eine wärmere Insel.

Testfahrt am ersten Tag

„Silva Nortica“ Wien – Prag, naja nicht ganz. Gastautor Alexander berichtet:

Komfort auf der Franz Josefs Bahn hat einen neuen Namen: Silva Nortica! In unserem ersten Bericht habe ich schon erwähnt, dass am Wochenende der Zug zwei mal fährt. Warum nicht die Chance nutzten und einen eigenen Eindruck nehmen? Kaum habe ich von meiner Idee erzählt, haben wir uns schon auf dem Weg zum Franz Josefs Bahnhof gemacht. Das ein direkter Zug von dort nach Prag fährt ist wohl schnell bekannt geworden. Nach den ersten Fotos war uns schon klar, dass es ein es eine tolle fahrt werden würde. Wir erwischten ein gut ausgestattetes Abteil in der 1.Klasse. Solange man in Österreich ist kann man problemlos mit einem  2.Klasse Ticket in der besten Klasse fahren.  Wir haben Glück, unser Schaffner war sehr nett, wir waren in der 1.Klasse und konnten einen ersten Eindruck mitnehmen. So schnell wie der Zug (100km/h) fuhr war auch unsere Fahrt auch wieder Vorbei da wir nur bis Tulln mitgefahren sind. Trotzdem kann man sagen das unsere Fahrt ein voller Erfolg war und wer weiß wo der Zug uns noch hinbringen wird. Prag? Ceske Velenice? Tabor? Auf jeden Fall können wir den Zug nur empfehlen, denn so einen Komfort gab es auf der Franz Josefs Bahn noch nie.

Erster Schnellzug „Silva Nortica“ Weg nach Prag

Seit dem 11.Dezember 2022 fährt jeden Tag ein Zug vom Wiener Franz-Josefs-Bahnhof ein direkter Zug nach Prag. Dafür braucht er 5 Stunden. Er fährt jeden Tag um 9 Uhr von Wien weg. Jeden Wochenende fährt ein zusätzlicher Zug der um 15 Uhr seine Fahrt antretet. Wie erfolgreich der Zug ist wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Eines ist aber klar: Wir werden irgendwann eine Gelegenheit finden ihn zu testen. Der Zug besteht aus 6 CD wagen. Ein Wagen besitzt für die kleineren Fahrgäste eine Spiele ecke mit Klassikern wie „Mensch ärger dich nicht“. Buchen kann man Abteil sowohl bei den Österreichischen als auch bei der Tschechischen Staatsbahn (Ich empfehle die Tschechische).  Hier sind noch mal alle Haltestellen aufgelistet: Wien FJB, Wien Spittelau, Wien Heiligenstadt, Tulln an der Donau, Eggenburg, Sigmundsherberg, Göpflitz an der Wild, Schwarzenau im Waldviertel, Vitis, Gmünd NÖ, Ceske Velenice, Suchdol, Majdalena, Trebon lazne, Trebon, Veseli n.Luznici, Sobeslav, Plana, Tabor, Olbanovice, Benesov, Praha z. Mesto, Praha- Vrsovice, Praha hln.

Autor: Alexander Rochlitz

Winterliche Grenzgänge im Jahr 2018 – Teil 1

Meine Arbeit brachte es mit sich, dass ich am 19. November zwei Termine hatte; einen relativ früh in Heidenreichstein und einen am späteren Nachmittag in Horn. Da es in der Nacht stark schneite, entschloss ich mich aufgrund unklarer Straßenverhältnisse zu früher Anreise. Wider Erwarten war die Strecke in gewöhnlicher Fahrzeit zur bewältigen, trotz eines Fotohalts unweit von Großweikersdorf. Dort hatte ich nämlich den REX 2106, der mir zuvor auf der B14 zwischen Klosterneuburg und Wien entgegen kam, bereits überholt.

470 006 mit dem REX 2106 auf dem Weg nach České Velenice.

Heidenreichstein war kurz nach 10 erreicht, mein Termin vor Ort nach 11 Uhr. Also noch einen Sprung nach Neubistritz (heute Nová Bystřice) gemacht, wo – erwartunggemäß kein Betrieb war, T 47 020 jedoch dankbar für jede Abwechslung war.

Nach dem Termin in Heidenreichstein blieb reichlich Zeit um die mutmaßlich endenden Einsätze der 470er in der Tschechischen Republik abzuarbeiten.* In freudiger Erwartung platzierte ich mich am Hausbahnsteig um auf den Sp 2110 zu warten (der bis Gmünd REX 2110 heißt).

Nunja, das war jetzt nicht der Grund nach České Velenice zu fahren. Allerdings gibt es für die Fans moderner Traktion hier andere Schmankerln, wie zB die seltenen 651er.

Im Bild 651 004

Mit diesem Panorama beende ich den ersten winterlichen Grenzgang des Jahres 2018! Quizfrage: Was fehlt auf diesem Bild?

Liebe Grüße

Werner

*Der Umlaufplan bestand im Jahr 2018 weiter, es werden nach wie vor (Stand August 2022) 470 zwischen Wien und České Velenice eingesetzt.