Der 30. März war ein ganz besonderer Tag für den Flughafen Wien Schwechat und auch für meinem Sohn. Seit diesem Tag bedient easyjet die Route Linate – Schwechat und kehrte damit nach Wien zurück. In Anbetracht außergewöhnlicher schulischer Leistungen und günstiger Preise, fanden sich Eltern und Großeltern bereit, dem jungen Mann diese Freude zu bereiten.
Doch ein Erstflug setzt natürlich eine Anreise voraus. Um diese zu ermöglichen wurde dem Teenager einer Story serviert. Und die ging so: Er würde die Möglichkeit erhalten zum Zeitpunkt der Landung sehr nah an der Landebahn zu sein (logisch wenn man im Flugzeug sitzt). Um dies zu ermöglichen sei es unabdingbar am Vortag zu früher Stunde am Flughafen anwesend zu sein, wo er weitere Instruktionen erhalten würde. Einziger Haken sei, er müsse nachher mit mir am Bahnhof Trainspotten. Dass dieser Bahnhof Milano C. le. sein würde habe ich jetzt nicht extra erwähnt. Mit dieser Erklärung gab er sich zufrieden und wäre – wenn nötig – auch um 2 in der Nacht aufgestanden. Gut, halb 6 Uhr reichte auch und beim nicht vorhandene Samstag Morgen Verkehr waren wir um halb 7 in Schwechat.
Durch die Sicherheitskontrolle ging des mit meinem Smartphone und in der Cafeteria „Wo wir warten müssen.“ Der Wechsel auf die Airside schien ihm deswegen plausibel, da ich ab und zu beruflich mit dem Flughafen zu tun habe und dort ein paar Leute kenne. Somit fand er es ungewöhnlich, aber nicht unmöglich, dass ich einen QR Code hatte, der mich zum Wechsel auf die Airside berechtigte.

Ich besorgte uns ein Frühstück und er erhielt ein Kuvert. Der Inhalt enthielt ein Ticket LIN – VIE mit EJU1979. Dank moderner Technik konnten Großmutter und Mutter (welche übrigens perfekt schauspielerte und sich nach den Wünschen für das Mittagessen erkundigte) via Smartphone die first Reaction, inklusive Juchzer, nahezu live verfolgen.

Noch ein wenig später warteten auf uns eine Embrear 195 als Flug OS511 VIE – MXP. Herr Junior wollte unbedingt die Bordkarte auf seinem Handy, so das ich mich überreden ließ, während der Wartezeit auf den Bus, ihm das Ding zu schicken. Da ich auf der Stiege stand und mir das Smartphone aus der Hand rutschte, flog es einige Meter auf den Boden. Sein Todesurteil. Fängt ja gut an!
Der Flug war angenehm und unspektakulär. In Malpensa würdigten wir der der Volandia keines Blickes, weil wir ohnehin vor wenigen Monaten dort waren. Dazu gibt es keinen Bericht, da zu wenig Eisenbahnbezug – das Museum ist aber unbedingt sehenswert! Nicht nur wegen der Flugzeuge und Rennautos sondern auch wegen der Sammlung Ogliari. Diese wurde anscheinend von der Vonlandia übernommen und dort kann man zB einen Bhm 1/2 der Ferrovia Monte Generoso SA, die Drehstromlokomotive E554.078 oder eine Dampftramwaylokomotive 4 „Busseto“ aus Parma sehen. Vielleicht doch ein Bericht – was meint Ihr?


Nachdem mir im NOKIA Store von Mailand (gibt es wirklich) auch nicht geholfen werden konnte, wendeten wir uns dem Museo Leonardo da Vinci zu.

Ohne Mampf, kein Kampf! (c) Österreichisches Bundesheer

Auch in Mailand muss die Tram der U-Bahn weichen.

Nur weil man ungläubig ist, braucht man nicht gleich Kulturbanause sein!







Am Weg zum Quartier bot sich ein Besuch von Milano Centrale an. (Ihr erinnert Euch, er musste Trainspotten). Der Bahnhof kommt noch öfter vor, ich halte mich mit Bildern zurück, weil es diese hier im Forum ohnehin zu Hauf gibt. Milano Centrale ist für viele hier so wie für mich Budapest keleti. Also ein Bahnhof den man ohnehin jährlich frequentiert und der auch hier im Forum häufig vorkommt.

Interessante Gegend! Aber irgendwie ein beruhigender Kontrast angesichts der Herrscherin in Rom mit ausgeprägten Rechtsdrall. Danach bezogen wir unser Vierbettzimmer. Der junge Herr wollte eine Stunde Ruhe haben und ich vergnügte mich derweil in der Endstation der Linie 1.


Tram unter Palmen – besser als Klinik unter Palmen! (Gedächtnishilfe – https://www.fernsehserien.de/klinik-unter-palmen
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Es gibt so Momente, wie das Verweilen an der Endstation, mit dem Kaffeehaus, wo wild palavert wurde, mit Jugendlichen, die auf Betontischen Tischtennis spielen und kleinen Kindern, die auf E-Scootern zwischen den Passanten wuseln, in einer unbeschreiblichen Atmosphäre, die sich besonders einbrennen. Es war einfach nur schön!



Wieder fit, starteten wir in das Touri-Insta-Sefie-Programm. Natürlich nicht ohne eine Stippvisite in Milano C. le.



Zum Abendessen ging es zu den Kanälen Mailands. Leider war zwar kein Tisch frei, wir konnten aber einen für in einer halben Stunde reservieren. Die Zeit nützen wir für einen nächtlichen Rundgang. Im Nachhinein hätte ich wohl auch ein paar Fotos von Milano Porta Genova machen sollen. Aber es war kein Zug da und die beabsichtigte und mittlerweile vollzogene Schließung war mir damals noch nicht bekannt.

Man glaubt es kaum aber der Flugzeugfreak wollte nochmals nach Milano Centrale und irgendwie wäre er sehr gerne ein Stück Freccia Rossa gefahren. Hätte man (viel) früher wissen müssen! Kurzfristig waren keine bezahlbaren Tickets aufzutreiben. Andererseits ein guter Grund nochmal Italien aufzusuchen. Wie auch die 464, die auf ihre alten Tage noch mit Fernzügen in den Süden geprügelt werden. Ja auch der Inter City Notte weckte Sehsüchte, wie wahrscheinlich jeder Besuch auf einem großen Bahnhof.



Dieses Bild ziert einen meiner Desktops. Danach ging es ins Bett. Am nächsten morgen frühstückten wir in Milano Centrale.



Ja, dieses Bild löst Kontroversen aus. Auch ich bin kein Grafitti-Fan. Aber es gehört zu unserer Zeit dazu und ich bin dagegen, die Realität wegzustempeln.



Danach ging es zum Dom wo wir einen Time Slot hatten. Time Slot! In Italien! Naja nach dem uns der Guard glaubwürdig versicherte das wir – obwohl eine halbe Stunde vorab anwesend – niemals zu unserem Time Slot dran wären (und sich das auch bestätigte als wir später an der Schlange vorbei gingen), verbuchten wir die knapp 30 Euro als Erhaltungsbeitrag für den Dom. Stattdessen spazierten ein wenig in der Altstadt und besuchten die Galleria Vittorio Emanuele II. Das brachte die Erkenntnis, dass man für ein Bordcase gut und gerne so viel zahlen kann, wie für einen Trans-Atlantik-Flug in der Business Class. Also wenn das richtige Logo drauf picken soll.
Und dann ging es mit der Metropolitana nach Linate, für den Junior das Highlight. Linate ist meiner Meinung nach der schönere und übersichtlichere Flughafen.


Pizza bianca begeistert mich nicht. Aber man sollte alles probieren!
Doch dann kam noch eine Überraschung; ein A320-214 der ITA! Denn durch die Übernahme durch den Kranich wurde die ITA genötigt Slots an an easyjet abzugeben. Anscheinend verschluckte man sich dort an den fetten Braten gehörig. Also flog die ITA im wet-lease nach VIE.


Der Finger ist nur für die Passagiere des Zweitfluges. Wir, die den eigentlichen Erstflug absolvierten, durfen über den Boden schleichen!

Und in Schwechat? Eigentlich hatte ich für den Erstflug doch einiges erwartet. Wasserfontäne zum Beispiel. Nichts. Man ging vom Bord und das war es. Eher zufällig entdeckte ich bei den Passagieren des Rückflugs das erwartete Remidemi. Ich schnappte mir einen wichtig aussehenden Mann, erklärte den Sachverhalt und nahm als Trostpreis wenigstens die Mannerschnitten, welche für die Passagiere des Zweitfluges zurück nach Mailand gedacht waren, als Souvenier mit.
Trotzdem, ein Erlebnis war es allemal!
